AWO-Mitarbeiter mit Herz Symbol als Ausdruck in der Hand

Für den AWO Kreisverband Heilbronn e.V. ein bereits fest gelebtes Ziel, welches aktiv umgesetzt wird!

Wenn man sich in den aktuell unruhigen Zeiten durch die Medienlandschaften wie Radio, sozialen Netzwerken und TV Nachrichten manövrieren lässt, ist es nicht verwunderlich, dass man sich die Frage stellt, wie all dies aus wirtschaftlicher Sicht zu bewältigen sein kann.

Konzerne, Firmen, Kleinunternehmer greifen auf „Gespartes“ zurück.
Was aber machen die Wohlfahrtsverbände, welche keine Rücklagen bilden dürfen?

Die Strauß-Methode - den Kopf in den Sand stecken?
Die Erdmännchen- Idee - bei Gefahr in das zu Hause flüchten?
Das Antilopen-Konzept - bei Gefahr die Flucht ergreifen?

Nichts von alldem ergriff den Geschäftsführer Stratos Goutsidis der AWO Heilbronn.
Natürlich haben sich unsere Leitungskräfte zeitnah zusammengesetzt, Situationen, Möglichkeiten und Szenarien durchgespielt und in etlichen Abendstunden gemeinsam lösungsorientiert gehandelt - ABER wir haben uns gerade in dieser Zeit auch unsere Klienten betrachtet und überlegt, was für Sie nun das Beste ist. Schnell wurde klar, dass dieser Kreis zu eng gedacht ist und es darüber hinaus sehr viele Menschen aus Heilbronn gibt, welche nun Hilfe benötigen.

Aus dem in kooperativer Trägerschaft zwischen der AWO Heilbronn und dem Diakonischen Werk betriebenen Quartierszentrum in Böckingen heraus, wurde ein Konzept zur Nachbarschaftshilfe im Quartier entwickelt, welches dann der Stadt Heilbronn und den Vertretern der Liga der Wohlfahrtverbände vorgestellt wurde. Die darauffolgende Anfrage und den Auftrag der Stadt Heilbronn, das entwickelte Konzept mit leichten Anpassungen auf die Gesamtkommune zu übertragen nahm der Trägerverbund gerne an. So wurde aus dem Konzept #BöckingenHilft das Konzept #HeilbronnHilft. Als Gesamtprojektverantwortliche wurden von der Stadt unser Kollege und Geschäftsführer Stratos Goutsidis für die AWO Heilbronn und Thomas Haley vom Diakonischen Werk Heilbronn benannt. Gemeinsam wurden nun die weiteren Schritte und die Einbindung weiterer Träger der freien Wohlfahrtspflege zur praktischen Umsetzung geplant.

Über eine Telefonhotline, die zentral vom Amt für Familie, Jugend und Senioren der Stadt Heilbronn geleitet wird, können sich all diejenigen melden, die aufgrund der derzeitigen Corona-Situation in ihrem Alltag eingeschränkt sind und Hilfe benötigen. Und auch diejenigen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen möchten, sind mit im Boot.

Konkret bedeutet dieses Projekt, dass hilfesuchenden Menschen sich über die Hotline der Stadt melden, ihr Bedürfnis nennen und die Zentrale dies mit den „Angeboten“ abgleicht, um dies schnellstmöglich zu bedienen. „Es sind bislang über 100 Helfer registriert - Tendenz steigend“, strahlt Rebecca Templin der AWO, welche schon wieder nach dem Telefonhörer greift, um einen weiteren Einsatz zu koordinieren.

Ziel der Initiative ist es, Menschen mit Unterstützungsbedarf und Menschen, die Hilfe anbieten möchten, zu vermitteln. Ganz nach dem Motto „Das WIR ist stärker als das Ich!“

„Es war uns sofort klar - da machen wir mit! GERADE JETZT! Wir wussten von Anfang an, dass unsere Mitarbeiter*innen für diese Sache brennen werden. Und genauso war es auch!
Schnell wurde gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Heilbronn ein erstes operatives Team gebildet. Es geht eben darum, aus einem „Ich“, ein Wir zu machen, auch über Trägergrenzen hinweg! Für uns ist das keine Frage der Beteiligung gewesen, als vielmehr der Effektivität.“, so Stratos Goutsidis über die Anfänge der Aktion. „Das Team war schneller zusammengestellt, als ich meine Mails abrufen konnte“, scherzte Julia Wormser, die Assistentin der Geschäftsführung und ist darüber keineswegs verwundert. „Seit ich bei der AWO bin, kenne ich das hier nicht anders - und genau das brauchen wir in diesen Corona-Zeiten auch: Verlässlichkeit, Menschlichkeit und ehrliche Hilfsbereitschaft!“

Unser Teamleiter der schulbezogenen Angebote, Simon Hirsch, hat sich, unterstützt durch eine Kollegin des Diakonischen Werkes, schnell der Teamkoordinaton für das erste operative Team des Projektes angenommen. Für ihn war es eine Herzenssache.
Auch Isabella Schulte, Hebamme der AWO ist begeistert im Team dabei.
Sogar unser Geschäftsführer Stratos Goutsidis hat sich nach seinem Arbeitstag ehrenamtlich engagiert und einer älteren Dame ein Brot vorbei gebracht. Das strahlen in ihren Augen war nicht zu übersehen. „Diese Dankbarkeit, die uns aktuell entgegenschlägt ist unglaublich! Ich bin froh, einen kleinen Beitrag geleistet zu haben!“, berichtet er.

Gemeinsam für soziale Gerechtigkeit. Das Grundsatzprogramm der Arbeiterwohlfahrt.

In Heilbronn findet dieser Grundsatz lebendig gewordenen Realitätsboden.

Anja Lobmeier

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